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Jahreshauptversammlung 10

Jahreshauptversammlung am 10. März 2005

Tiere in Not Hilden-Wuppertal e. V.

im Hotel Forstbacher Hof, Hilden

 

Liebe Mitglieder,

liebe Tierfreunde,

 

im Jahr 2004 konnten wir insgesamt 100 Tiere vermitteln. Davon waren 55 Katzen, mit 16 Katzen-babys, 10 Hunde, auch hier waren 3 Welpen darunter, 17 Kaninchen, 4 Meerschweinchen, 1 Hamster, 8 Wellensittiche, 3 Kanarienvögel, ein Nymphensittich und ein Großsittich. Auch hatten wir 6 Ratten, 1 Mama mit 5 Babys, die wir an den Verein Rattenhilfe e.V. in Mettmann abgegeben haben. Daher haben wir sie nicht mitgezählt. Die meisten Tiere wurden wegen Allergie, Umzug oder aus einem Todesfall heraus abgegeben. Jedes Tier hat seine eigene Geschichte, einige davon möchten wir hier kurz schildern.

 

Ein Nachbar von uns fand in seinem Garten ein zitronengelbes Wellensittichweibchen, zum ver-wechseln ähnlich mit einem Kanarienvogel. Elstern hatten es auf sie abgesehen und nur durch ihr lautes Geschrei wurde unser Nachbar auf sie aufmerksam und hat sie so vor den Elstern gerettet. Sie sah ziemlich zerrupft aus. Aber unsere Pflegestelle, Karin Themel, hat sie wieder so gut auf-gepäppelt, das sie bald in die Vermittlung aufgenommen werden konnte.

 

Zwei Kanarienvögel bekamen wir zur Urlaubsbetreuung. Der Käfig war in einem ziemlich unsauberen Zustand, so dass wir die Vögel sofort umquartierten. Auch waren die beiden in einem nicht all zu guten Gesamtzustand. Der neue Käfig enthielt Obstzweige und vor allen Dingen saubere Näpfe. Hier durften sie auch fliegen, obwohl es so aussah, als ob sie es noch mal lernen müssten. Als der Besitzer aus dem Urlaub zurückkam, bekam er den alten Käfig wieder. Bei einem Gespräch kam heraus, dass die Tochter sich die Vögel hatte aufschwatzen lassen, aber sie irgendwie nicht haben wollte. Nach ein wenig Überredung von uns, gingen die Vögel in unser Eigentum über. Diese beiden konnten wir in eine große Außenvoilere mit vielen Artgenossen vermitteln.

 

Den schlimmsten Vogel bekamen wir kurze Zeit danach. Es sollte eine Rosella sein. Sie hatte sich aber sämtliche Federn ausgerupft und sah wirklich nicht sehr gut aus. Auch hier konnte unsere Karin Themel helfen. Sie hat ihn erst mal aufgepäppelt und dann in einer Vogelstation gut untergebracht. Damit er dort aufgenommen werden konnte, musste er ärztlich versorgt und auch geimpft werden. Dies hat uns € 130,00 gekostet. Wenn man ihn aber jetzt sieht, ist es jeden Cent wert gewesen. Es war übrigens auch kein Rosella, sondern ein Pennant.

 

Bei den Meerschweinchen gibt es folgende Besonderheit zu berichten. Wir bekamen zwei Böcke von 3 und 5 Jahren. Nur einer war kastriert, angeblich. Bei dem Älteren konnte man sehen das dies nicht der Fall war. Bei der „Schüttel-und-Fall-heraus-Probe“ stellte sich der jüngere als kastriert heraus. Ihn konnten wir zu einem anderen Weibchen vermitteln, er bekam den Namen Fritzi. Die beiden verstanden sich gut, auffallend gut, so das die Besitzerin mit ihm zum Tierarzt ging. Nun stellte sich heraus, das er nicht kastriert war. Dies haben wir dann erledigt.

 

Der Ältere der beiden, genannt Wischmop, wegen seines Fells, ist schon ein Senior. Er hat Arth-rose in den Gelenken und Verdauungsbeschwerden. Die Pflegestelle päppelt ihn auf mit homöo-patischen Tropfen, Gelatinekapseln und viel viel Liebe. Warme Tücher die man beim schmusen um ihn herumwickelte, taten ihm auch unheimlich gut. Das Laufen klappt zwar immer noch nicht, aber das Hoppeln dafür um so besser. Wie lange er noch lebt kann keiner so genau sagen. Wir haben ihn aus der Vermittlung genommen, da wir bei einem befreundeten Tierschutzverein eine Pflegestelle gefunden haben, wo er mit anderen Artgenossen in einer großen Gruppe sein Unwesen treiben kann. Hier bekommt er das sog. „Gnadenbrot“. Leider werden immer mehr Böcke abgegeben, weil es den Besitzern zu teuer ist, diese kastrieren zu lassen.

 

Bei den Hunden ist als einprägsamste Geschichte Bonny dabei, sie ist eine ca. 14 Jahre alte Mischlingshündin. Die Besitzerin war zu alt um sich weiter um Bonny kümmern zu können. Wir haben sie in einer Pflegestelle mit vielen Kindern und einem anderen jüngeren Hund gut unterge-bracht. Dort hat man sich direkt in sie verliebt und sie hat sich auch so gut eingelebt, das wir wieder eine Pflegestelle weniger hatten. Bonny konnte bleiben. Leider nicht lange. Die neue Be-sitzerin machte sich Selbstständig und konnte sich nicht mehr um die weitere Erziehung von Bonny kümmern. Da wir nicht von heute auf morgen eine neue Pflegestelle bzw. Familie für sie hatten, hat man sie einfach an dem Autobahnrasthof Solingen ausgesetzt. Da Bonny gechipt war, konnten wir dies alles nachvollziehen und haben, mit dem Kreisveterinäramt zusammen, Anzeige erstattet.

 

Hier stellt man fest, das man den Leuten wirklich nur vor den Kopf schauen kann und nicht hinein.

 

Leider gibt es nicht immer ein Happy-End. Es sterben auch immer Tiere um die wir uns wirklich bemüht haben. Opa Samson war so ein Tier. Er war ein Maine-Coon Kater von ca. 14 Jahren, man hatte ihn gefunden und zu uns gebracht. Da sein gesamtes Fell so verfilzt war, mussten wir ihn scheren lassen. Er brachte danach etwas mehr als 2 kg auf die Waage. Wir ließen nach ein-iger Eingewöhnungszeit eine Blutuntersuchung machen. Das Ergebnis war ein Schock. Die Le-berwerte waren so hoch, wie bei einem 60 Jahre alten Alkoholiker. Den Alkoholentzug hat er nicht gut verkraftet. Er erholte sich zwar bei uns in der Pflegestelle, wo er mit anderen Katzen die Dächer von Hilden unsicher machte, aber er blieb nur ein knappes halbes Jahr bei uns. Wir vermissen ihn wirklich. Bei ihm kann man sagen: vene, vidi, vici. Ich kam, sah, siegte. Er gehörte direkt zur Familie.

 

Im Sommer bekamen wir auf einen Schlag eine ganze Katzenfamilie. Sie bestand aus einem Kater (2 Jahre); 1 Katze (1 Jahr) und 7 Katzenbabys. Die Pflegestelle freute sich ungemein, hatte sie noch 4 eigene Katzen zu versorgen. Da reichten 3 Katzenklo´s kaum aus. Die Abstände zwischen Füttern, Klo saubermachen und Spielen waren enorm kurz.

 

Im Dezember fanden wir drei Katzenbabys, die nicht älter als drei Tage waren. Die Augen waren noch zu, die Nabelschnur noch dran, und das mitten auf der Wiese in strömendem Regen und bei Eiseskälte. Damit sie überhaupt eine Überlebenschance bekamen, bedeutete dies, alle zwei Stunden den Milchbrei anrühren (so was hat eine Pflegestelle für Katzenbabys immer im Haus zu haben!), und füttern, dann mit „Bäuchleinschubbeln“ die Verdauung anregen und das wichtigste nicht vergessen: warm halten. Wie wir nach einem Wochenende aussahen kann man sich vor-stellen. Zum Glück konnten wir die Babys einer anderen Katze untermogeln, die hatte vor kurzem geworfen. Zwei von den Findlingen sind durchgekommen, einer war zu schwach.

 

Oder die fünf Wilden vom Bauernhof. Gerade mal drei Wochen alt, aber Zähen und Krallen wie ein Tiger. Aber auch genauso scheu. Die fünf haben sich ganze 4 Wochen nur unter der Couch aufgehalten, ehe sie das erste Mal etwas mit Menschen zu tun bekommen wollten. Bis sie handzahm wurde, hat es mehr als fünf Monate gedauert.

 

Oder der 6 Wochen alte Hundewelpe, der seinen Kopf immer schief hielt. Die Pflegestelle musste ihn mit Tellington-Touch behandeln. Wir konnten hier gute Erfolge erzielen. Der Tellington-Touch besteht aus einer Reihe von Kreisbewegungen und Lifts mit den Fingern und der Hand über den ganzen Körper. Das Ziel des T-Touch ist es, die Zellenfunktion zu aktivieren, verspannte Stellen zu lösen, Berührungsängste zu nehmen, unerwünschte Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu verändern, Schmerzen zu lindern, die Heilung von Wunden zu beschleunigen und natürlich um die Mensch-Tier-Beziehung zu vertiefen.

 

Oder Emmi, das Widderkaninchen. Samstags morgens wurde sie bei uns abgegeben und mittags hatte sie schon wieder ein neues Zuhause. Dies sind uns eigentlich die liebsten Vermittlungen, hier hat das Tier (und auch wir) am wenigsten Stress. Es passiert aber leider selten, das wir ein Tier so schnell vermitteln können. 

 

So könnte man noch viel mehr über unsere Tiere erzählen. Es fällt einem immer noch etwas ein. Wie gesagt, jedes Tier hat eine Geschichte. Jedes eine Besondere. Alle zu erzählen würde das Format eines Romanes annehmen. Auf unserem monatlichen Stammtisch jedoch, da können wir alles über unsere Tiere erzählen. Wir würden uns daher freuen, Sie demnächst mal auf einem Stammtisch begrüßen zu dürfen.

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